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  • Stephan Kirchner

Welle Harz 15.01.2020

Die Wellenvorhersage für den Harz war schon am Sonntag zuvor recht vielversprechend, also beschlossen wir den Mittwoch im Auge zu behalten. Sie blieb auch über die nächsten Tage stabil, weshalb Dienstag-Mittag schlussendlich die Entscheidung fiel es zu versuchen. Also den Duo fertig gemacht und morgens um 06:30 Abfahrt in Reinsdorf. Die Optik war kurz vor der Ankunft um 09:15 schon äußerst vielversprechend.



Es sollte für uns der erste richtige Wellenflug von Aschersleben aus werden, ein Versuch im vergangenen Jahr scheiterte am Wetter. Es ging also hauptsächlich darum das System am Harz kennen zu lernen und Erfahrung zu sammeln. Dank der Hilfe am Platz und einer tollen Organisation konnten wir völlig entspannt bei angenehmen Temperaturen um kurz vor 11 Uhr hinter der Wilga abheben. Nachdem wir in 1300m, wahrscheinlich zu hoch, ausklinkten konnten wir in der Sekundärwelle die nötige Höhe machen um nach vorne in die Primärwelle zu springen. Das funktionierte mit knapp 1m/s recht zügig und in knapp 2500m wagten wir den Sprung gegen den Wind. Der klappte recht gut, ohne allzu großen Höhenverlust. Allerdings benötigten wir etwas Zeit um den Einstieg gut zu finden. Hier hilft dann das Flarm weiter und mit Hilfe der anderen Flugzeuge stiegen wir konstant mit 1-2m/s.



In 3300m entschlossen wir uns dann Richtung Brocken zu fliegen um weiter Höhe machen zu können. Das misslang dann allerdings gründlich. Wir entschieden uns für eine Route zu weit nördlich und flogen direkt ins Lee des Brockens, wo es uns mit 4m/s nach unten spülte. So geschlagen blieb uns nichts anderes als der Rückzug nach Quedlinburg um uns erneut Höhe für den 2. Versuch zu holen. Wir verloren allerdings recht viel Höhe und suchten in

1900m wieder den Anschluss. Hier war die Welle jedoch nur noch schwach und das Höhe tanken nahm viel Zeit in Anspruch, was sich später noch rächen sollte. Nach Rücksprache mit anderen Piloten, danke für die Hilfe an dieser Stelle, entschieden wir uns für den 2. Sprung zum Brocken eine südlichere Route über Blankenburg und Wernigerode zu fliegen, was sich als goldrichtig herausstellte. Mit konstant 1m/s flogen wir Richtung Westen um dann kurz vor Wernigerode zum recht kurzen Achten in knapp 2m/s überzugehen. So konnten wir bis auf FL190 steigen.



Leider mussten wir den Steigflug um kurz nach 14:00 abbrechen, da der Wellensektor um 14:30 schloss. Wir entschlossen uns dann auch die restliche Höhe abzugleiten um zu landen, da wir noch einen Kollegen in Ballenstedt abholen musste und wir das nicht bis in die Nacht hinauszögern wollten.

Alles in allem war es ein toller Tag am Harz an dem wir viel für die nächsten Male lernen konnten. Hoffentlich bekommen wir die Möglichkeit das auch zeitnah anzuwenden. Vielen, vielen Dank an die Fliegerkameraden aus Aschersleben für die tollen Organisation, den Schlepp und die Bockwurst am Abend. Bis zum nächsten Mal. Außerdem danke an den Aero-Club Berlin für den Flieger.

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